Durchfluss am Traischbach wird verbessert
Gemeinderat stimmt Aufweitung der Verdolung zu / Rückhaltebecken stellt keine Alternative dar
Von BNN Redaktionsmitglied Dominic Körner
Gaggenau. Die Traischbachverdolung im Bereich des Gaggenauer Waldseebades wird deutlich aufgeweitet. Durch einstimmigen Beschluss des Gemeinderats gestern Abend ging der Planungsauftrag für die Hochwasserschutz-Maßnahme an ein Hügelsheimer Ingenieurbüro. Hintergrund ist der Starkregen im Juni 2016, in dessen Folge ein Hochwasser das Bad schwer beschädigt hatte (die BNN berichteten).
Eine Untersuchung des Ingenieurbüros brachte zutage, dass im Bereich des Waldseebades sehr häufig mit Überflutungen gerechnet werden muss. Demnach stießen die derzeitige Durchlässe bereits bei einem fünfjährlichen Hochwasser an ihre Grenzen. Das Fachbüro schlug dem Gemeinderat deshalb eine deutliche Aufweitung der Traischbach-Verdolung von derzeit DN 800 bis 1 000 (Millimeter) auf einen Durchmesser von DN 1 500 vor. Ferner soll der Seitenzufluss von derzeit DN 500 auf DN 1 200 vergrößert werden. In den Zustrombereichen muss der offene Bachlauf ausgebaut werden. Außerdem sollen Geländemodellierungen das Oberflächenwasser aus den beiden Tälern zu den neuen Einlaufbauwerken lenken. Die Kosten liegen nach derzeitigem Stand bei rund 1,03 Millionen Euro.
Beim Starkregenereignis am 12. Juni vergangenen Jahres war der Traischbach im Bereich des Waldseebades über die Ufer getreten und hatte das Schwimmbecken überfluten. Dabei entstanden erhebliche Schäden am Bad und an der biologischen Wasseraufbereitung. Das Waldseebad kann seither nicht in Betrieb genommen werden.
Das Schwimmbad liegt in der Talsohle des Traischbachtals, wo ein Seitenzufluss in den Bach mündet. Oberflächenwasser aus beiden Tälern führten seinerzeit zu den folgenschweren Überflutungen. Bereits Anfang April hatte der Gaggenauer Gemeinderat beschlossen, dass das Waldseebad erhalten bleiben und saniert werden soll. Um einen dauerhaften Betrieb des Schwimmbades an dieser Stelle sicherzustellen, muss nach Auffassung der Gaggenauer Stadtverwaltung die Hochwassergefährdung durch den Traischbach und seinen Seitenzufluss deutlich reduziert werden.
Bei der Gemeinderatssitzung wurde deutlich: Die Aufweitung der Verdolung am Traischbach ist weitestgehend alternativlos. Für eine Gewässeroffenlegung, wie vom Ingenieurbüro in Erwägung gezogen, fehlt schlicht der Platz. Auch zwischenzeitliche Überlegungen, ein Rückhaltebecken anzulegen, um die Fließgeschwindigkeit im Hochwasserfall auf die Leistungsfähigkeit der vorhandenen Rohre zu drosseln, wurden verworfen. „Dafür ist die Tallage zu steil“, gab Ingenieur Urban Ronecker zu bedenken. Hinzu kommt: Das Genehmigungsverfahren für ein Rückhaltebecken dauert nach Auskunft von Michael Pfeiffer im Regelfall mehrere Jahre. Denkbar sei dagegen, die Wasserfläche des Waldseebades um einen halben Meter zu erhöhen, erklärte der Bürgermeister. Dies böte mehr Schutz vor Hochwasser.






