„Großer Wert für die Stadt"
Gaggenauer Grünen plädieren für einen Erhalt des Waldseebads
Gaggenau (BNN). Die Gaggenauer Grünen stehen hinter dem Naturbad Waldseebad. Das haben die Stadträte gestern in einer Mitteilung betont.
Dass das Waldseebad erhalten bleiben soll, stehe zum Glück nicht zur Diskussion, heißt es darin. Zur Disposition stehe allerdings die Beibehaltung der Größe des Wasserbeckens und vor allem - wie nun mit Leidenschaft in die Öffentlichkeit kolportiert werde - die Frage, ob das Waldseebad als Naturbad oder als konventionelles Chlorbad betrieben werden solle. Diese Frage sei im Gemeinderat bisher nicht diskutiert worden, die Stadtverwaltung spricht sich wie berichtet für den Erhalt des Naturbades aus.
„Auf den ersten Blick rückt die Kostenfrage in den Vordergrund: Welche laufenden Kosten verursacht ein Naturbad, welche Betriebskosten ein chemisches Chlorbad? Welche Kosten verursacht eine adäquate Modernisierung des Bades als Naturbad? Welche Kosten verschlingt der Rückbau zu einem Chlorbad? Diese Fragen müssen von neutralen Gutachtern beantwortet werden. Andere Gesichtspunkte werden dagegen in den Hintergrund gedrückt, obwohl gerade diese über den Erhalt und den Betrieb des Waldseebades als Freibad hinaus von größter Bedeutung sind", so Eric Peplau, Gemeinderatsmitglied für Bündnis 90/Die Grünen.
In den letzten Jahren sei es dem Waldseebad gelungen, verlorenes Terrain aufzuholen und an die Besucherzahlen der „goldenen Zeit" anzuschließen. Ob das nun wegen oder trotz der Umstellung zum Naturbad geschehen sei, bleibe spekulativ. „Dem jetzigen Freundeskreis Waldseebad gelingt es mit viel Engagement, die Idee eines Naturbades immer erfolgreicher kritischen Badegästen zu vermitteln", so die Grünen weiter.



Das größte Naturbad Süddeutschlands sei schon vor dem verheerenden Starkregen-Naturereignis am 12. Juni 2016 infolge grundlegender Planungsfehler am Limit gewesen, unterstrich Gutacher Hardy Gutmann vom gleichnamigen Planungs- und Sachverständigenbüro aus Höchenschwand. Nur dank des „extremen Einsatzes“ der Ehrenamtlichen vom Freundeskreis Waldseebad und der zuständigen Hauptamtlichen von der Stadtverwaltung, einschließlich der Bademeister, habe das Bad so lange funktioniert. Fakt sei: „Die Umwälzung funktioniert nicht, weil die Leitungen zu klein, die Düsen zu wenige sind. Das Bad war an der Grenze“, so Guttmann. Überall seien Nährstoffe drin gewesen, die das Algenwachstum förderten und die Sichttiefe beeinträchtigten. Die Anlage sei schlichtweg nicht zu reinigen und auch nicht zu warten gewesen. Dabei sei der Schadstoffeintrag aus der Umgebung vorher schon extrem gewesen, mit der Überflutung am 12. Juni allerdings explosionsartig gestiegen. Das einzige, was das Bad jetzt noch retten und ihm Perspektive geben könne, sei eine komplette Neuplanung – die ohnehin angestanden hätte, durch die Hochwasserereignisse jetzt aber eine akute Dringlichkeit erfährt.

