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Saison 2016

2016-07-21 BNN

„Großer Wert für die Stadt"

Gaggenauer Grünen plädieren für einen Erhalt des Waldseebads

Gaggenau (BNN). Die Gaggenauer Grünen stehen hinter dem Naturbad Waldseebad. Das haben die Stadträte gestern in einer Mitteilung betont.

Dass das Waldseebad erhalten bleiben soll, stehe zum Glück nicht zur Diskussion, heißt es darin. Zur Disposition stehe allerdings die Beibehaltung der Größe des Wasserbeckens und vor allem - wie nun mit Leidenschaft in die Öffentlichkeit kolportiert werde - die Frage, ob das Waldseebad als Naturbad oder als konventionelles Chlorbad betrieben werden solle. Diese Frage sei im Gemeinderat bisher nicht diskutiert worden, die Stadtverwaltung spricht sich wie berichtet für den Erhalt des Naturbades aus.

Auf den ersten Blick rückt die Kostenfrage in den Vordergrund: Welche laufenden Kosten verursacht ein Naturbad, welche Betriebskosten ein chemisches Chlorbad? Welche Kosten verursacht eine adäquate Modernisierung des Bades als Naturbad? Welche Kosten verschlingt der Rückbau zu einem Chlorbad? Diese Fragen müssen von neutralen Gutachtern beantwortet werden. Andere Gesichtspunkte werden dagegen in den Hintergrund gedrückt, obwohl gerade diese über den Erhalt und den Betrieb des Waldseebades als Freibad hinaus von größter Bedeutung sind", so Eric Peplau, Gemeinderatsmitglied für Bündnis 90/Die Grünen.

In den letzten Jahren sei es dem Waldseebad gelungen, verlorenes Terrain aufzuholen und an die Besucherzahlen der „goldenen Zeit" anzuschließen. Ob das nun wegen oder trotz der Umstellung zum Naturbad geschehen sei, bleibe spekulativ. „Dem jetzigen Freundeskreis Waldseebad gelingt es mit viel Engagement, die Idee eines Naturbades immer erfolgreicher kritischen Badegästen zu vermitteln", so die Grünen weiter.

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2016-07-16 BNN

Bäder: Lieb - und teuer

Den Murgtälern sind ihre Freibäder bekanntlich lieb und teuer. Nach den Ereignissen dieser Woche liegt die Betonung eindeutig auf „teuer". Beim Waldseebad hat der Gemeinderat Gaggenau nach nur zehnjähriger Betriebszeit den Einstieg in den Quasi-Neubau des Naturbads beschlossen. Kosten: satte drei Millionen Euro - nach heutigem Stand. Nach aller Erfahrung ist eher mit einer noch höheren Summe zu rechnen.

Beim Obertsroter Bad steht - mal wieder - die Gretchenfrage an: sanieren oder schließen? Nach der Detailplanung ist jetzt von Sanierungskosten in Höhe von mindestens 825.000 Euro die Rede - deutlich höher als zuvor kalkuliert und zu viel für Bürgermeister Dieter Knittel, der schon wiederholt gesagt hat, dass sich Gernsbach keine vier Freibäder leisten kann.

In der Abwägung muss der Stellenwert der Einrichtungen, verbunden mit jeweils großem ehrenamtlichem Engagement, dem Finanzaufwand gegenübergestellt werden. Keine leichte Aufgabe für die Gemeinderäte, die einerseits den „Druck" der Radinitiativen aushalten müssen, andererseits aber die Verantwortung nicht nur für ein berechtigtes Teilinteresse, sondern für die gesamte Kommune und ihre finanzielle Solidität tragen.


Stadtgespräch
Dabei sind Entscheidungen immer auch stark konjunkturabhängig. Beispiel Gaggenau: Als die Benz-Stadt vor Jahren finanziell auf dem Zahnfleisch ging, konnten der Gemeinderat und OB Schulz kaum anders, als drei von vier städtische Freibäder abzustoßen; dieser „Ein-Bad-Beschluss" aus dem Jahr 2003 war von heftigen Diskussionen begleitet. Heute sind das Gremium und OB Florus in der komfortablen Lage, mal eben drei Millionen (plus X) für ein neues Naturbad zu genehmigen; hinzu kommen die bereits abgesegneten hohen Summen für die Freibäder Ottenau und Sulzbach. Die beiden sind nur noch de jure private Bäder — de facto aber längst wieder in den Schoß der wohlhabenden Stadt Gaggenau zurückgekehrt, denn ohne deren öffentlichen Mittel könnten die anstehenden hohen Investitionen nicht gestemmt werden.

Während Gaggenau also die Weichen für den Erhalt der drei bestehenden Freibäder ohne Bauchschmerzen gestellt hat, ist die Ausgangslage in der finanziell nicht so gut ausgestatteten Nachbarstadt doch etwas anders: Bislang ist der Gemeinderat Gernsbach Bürgermeister Knittels eher restriktiver Bäderposition nicht gefolgt. Das könnte sich nun aber ändern. In seiner Sitzung am 25. Juli hat der Rat über den Beschlussantrag zu befinden, der letztlich zur Schließung des Obertsroter Bades führt. Es wird spannend.        Thomas Dorscheid

www.bnn.de

 

2016-07-19 BT

FWG: Auch Chemiebad ist möglich

"Waldseebad erhalten"

Gaggenau (tom) - Die Freien Wähler Gaggenau sind dagegen, sich bei der anstehenden Erneuerung des Waldseebads zum jetzigen Zeitpunkt auf ein Naturbad festzulegen. Dies machte Ferdinand Hurrle bei der jüngsten Jahreshauptversammlung der FWG deutlich. Hurrle ist Fraktionschef im Gemeinderat. "Beim Waldseebad muss unbedingt eine Kostenvergleichsaufstellung gemacht werden. Das Bad muss nachhaltig offen bleiben - egal, ob als Natur-, oder als Chemiebad", betonte Hurrle. Dies sei mehrheitliche Meinung nicht nur in der Gemeinderatsfraktion, sondern bei der gesamten FWG. OB Christof Florus und Bürgermeister Michael Pfeiffer sowie im Gemeinderat SPD, FDP und Grüne sind für ein Naturbad. Die Fraktionen von CDU und FWG hatten klar gemacht, dass sie vor einer Entscheidung mögliche Alternativen zu einem Naturbad vorgestellt bekommen wollen. Naturbad-Befürworter argumentieren unter anderem, der Bau werde nur rund die Hälfte eines Chemiebads kosten. Auch bei den Personalkosten sei ein Naturbad günstiger. Die FWG hingegen fordert einen langfristig angelegten Kostenvergleich.

www.badisches-tagblatt.de

 

 

GaWo 28-2016

Da kann schon Wehmut aufkommen

– denn die schönen Zeiten im Waldseebad sind fürs Erste vorbei. Das hochwassergeschädigte Bad kann – wenn alles gut läuft – frühestens 2018 wieder öffnen, trat in der jüngsten Gemeinderatssitzung zutage.

GaWo14072016Das größte Naturbad Süddeutschlands sei schon vor dem verheerenden Starkregen-Naturereignis am 12. Juni 2016 infolge grundlegender Planungsfehler am Limit gewesen, unterstrich Gutacher Hardy Gutmann vom gleichnamigen Planungs- und Sachverständigenbüro aus Höchenschwand. Nur dank des „extremen Einsatzes“ der Ehrenamtlichen vom Freundeskreis Waldseebad und der zuständigen Hauptamtlichen von der Stadtverwaltung, einschließlich der Bademeister, habe das Bad so lange funktioniert. Fakt sei: „Die Umwälzung funktioniert nicht, weil die Leitungen zu klein, die Düsen zu wenige sind. Das Bad war an der Grenze“, so Guttmann. Überall seien Nährstoffe drin gewesen, die das Algenwachstum förderten und die Sichttiefe beeinträchtigten. Die Anlage sei schlichtweg nicht zu reinigen und auch nicht zu warten gewesen. Dabei sei der Schadstoffeintrag aus der Umgebung vorher schon extrem gewesen, mit der Überflutung am 12. Juni allerdings explosionsartig gestiegen. Das einzige, was das Bad jetzt noch retten und ihm Perspektive geben könne, sei eine komplette Neuplanung – die ohnehin angestanden hätte, durch die Hochwasserereignisse jetzt aber eine akute Dringlichkeit erfährt.

Falls wir das Bad sanieren – ob jetzt als Naturbad oder chemisch-konventionelles Bad –, dann nur flankiert mit den erforderlichen Hochwasserschutzmaßnahmen“, betonte Oberbürgermeister Christof Florus. Weil man den Beckenboden infolge Unebenheiten (verursacht durch Grundwasserströme, die bei der Planung nicht berücksichtigt worden waren) maschinell nicht reinigen könne, müsse auch eine Bodensanierung stattfinden, ergänzte Bürgermeister Michael Pfeiffer. Die Baukosten für ein funktionierendes Naturbad wurden mit rund drei Millionen Euro beziffert. Ein chemisch-konventionelles Bad mit einer nur halb so großen Wasserfläche würde schätzungsweise das Doppelte kosten. Gutmann gab zu verstehen, dass das Waldseebad, die richtige Planung vorausgesetzt, in seinen jetzigen Dimensionen (einschließlich der Regenerationsteiche) als Naturbad funktionieren könne – weiterhin mit dem Alleinstellungsmerkmal „größtes Naturbad Süddeutschlands“.

Stimmen aus dem Gemeinderat

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