"Alles im grünen Bereich"
Waldseebad: Stadtverwaltung legt Ergebnisse der Wasseranalysen vor
Von Thomas Senger
Gaggenau - Die Stadtverwaltung hat gestern die neuesten Ergebnisse der Wasseranalysen für das Naturbad Waldseebad bekanntgegeben. "Alles im grünen Bereich", hieß es aus der Pressestelle. Damit war nicht das Erscheinungsbild von Schwimmbecken und Wasser gemeint, sondern die Qualität.
Wie berichtet, war das Naturbad am 6 Juli vorübergehend geschlossen worden, weil die Sichttiefe zu gering war. Die hohen Luft- und Wassertemperaturen hatten zu starkem Algenwachstum geführt. Die mikrobiologische Qualität des Badewassers sei aber auch zu diesem Zeitpunkt einwandfrei gewesen, betont die Stadt. Dies sei das Ergebnis einer außerplanmäßigen Probenentnahme durch ein Rastatter Labor vom 8. Juli. Am 13. Juli seien die Proben analysiert worden. Das Bad wurde am 11. Juli wieder geöffnet.
Untersucht wurde auf die drei Bakterienarten Escherichia coli (E. coli), Enterokokken und Pseudomonas. "Bei allen drei Bakterienarten liegt der Wert bei Null", so die Stadtverwaltung. Konkret geht es um den Parameter "Kolonie bildende Einheiten" (KBE).
Eine der beiden Entnahmestellen war der Kontrollschacht am Regenerationsteich 3 (jenseits der Zufahrtstraße). Dieser Teich ist der letzte vor Wiedereinleitung des Wassers ins Schwimmbecken. Als Grenzwert gelten an dieser Stelle 10 KBE pro 100 Milliliter. "Der Wert von null bei allen drei Bakterienarten beweist: Der Reinigungskreislauf funktioniert", versichert Pressesprecher Manfred Mayer.
Arbeitsgruppe konstituiert sich
Die zweite Entnahmestelle war am Mittelsteg des Schwimmbeckens im Schwimmerbereich. Als Grenzwert gelten dort 100 KBE pro 100 Milliliter. Bei Enterokokken und Pseudomonas wurden null KBE gemessen; bei Escherichia coli 10 KBE/100 ml.
Die Wassertemperatur habe an der Entnahmestelle Regenerationsteich 27,4°C betragen und im Schwimmbecken 27°C. Somit könne man davon ausgehen, dass die Reinigung bei hohen Wassertemperaturen gewährleistet sei. Üblicherweise werde die Wasserqualität alle zwei Wochen gemessen. Die letzte reguläre Messung vor der Schließung war am 29. Juni. Auch damals seien alle Werte in Ordnung gewesen.
Zwischenzeitlich hat sich der Freundeskreis Waldseebad zu Wort gemeldet. "Trotz aller Erklärungsversuche hält sich bei einigen Gaggenauern das Gerücht vom ,umgekippten? Badewasser hartnäckig", schreibt Vorsitzende Sabine Arnold. Dafür gebe es keinerlei Grundlage, denn die Laboranalyse bescheinige "eine hervorragende Wasserqualität und das, obwohl das Bad mit einem großen Besucherandrang zu kämpfen hatte". Auch die untersuchten Algen seien harmlos, verweist sie auf die Grün- und Kieselalgen, die für die Trübung gesorgt hatten.
"Aufgrund der aktuellen Ereignisse hat die Stadtverwaltung nun reagiert und für kommende Woche die konstituierende Sitzung der Arbeitsgruppe Waldseebad anberaumt", berichtet Arnold. In dieser Arbeitsgruppe sind neben Bürgermeister Michael Pfeiffer, Stadtratsfraktionen und Verwaltung auch Vorstandsmitglieder des Freundeskreises vertreten. "Dabei geht es um die Zukunft unseres geliebten Bades", so Arnold.
Im Waldseebad liegen bei den Umkleiden Fragebögen aus. Der Verein möchte die Wünsche und Anregungen der Badegäste in die Beratungen einfließen lassen. Bei einer der Fragen geht es darum, ob das Waldseebad ein Naturbad bleiben solle oder nicht. Der Vorstand des Freundeskreises hat sich allerdings schon vor Ende der Fragebogenaktion festgelegt: Das Waldseebad soll "in seiner jetzigen Art erhalten" bleiben (BT vom 11. Juli).
Der Fragebogen kann auch im Internet ausgefüllt werden:
Mach mit bei unserer Waldseebad-Online-Umfrage "Zukunft Waldseebad"
...einfach unten auf den Brief Umfrage klicken ...
Zum Thema I
Naturbad nicht vergleichbar mit Badesee
Gaggenau (uj) - Beim Thema "Sichttiefe" stellt sich die Frage, weshalb die Stadtverwaltung die Reißleine gezogen hat, als diese weniger als einen Meter betrug, während in Baggerseen solch ein Wert häufig nicht erreicht wird. "Die Stadt hat richtig gehandelt", betont Martin Höfer vom Gesundheitsamt Rastatt. Bei einem Schwimmbad, wie es auch das Gaggenauer Naturbad darstellt, spielt im Zusammenhang mit der Badaufsicht die Sichttiefe eine entscheidende Rolle.
Anders verhalte es sich bei Badeseen/Baggerseen, wo die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) die Aufsicht übernehme - auf freiwilliger Basis. Und: "Bei Seen geschieht das Baden auf eigene Gefahr", betont Höfer. Bei einer geringen Sichttiefe könne nur vom Baden abgeraten werden, ein Badeverbot sei nicht möglich. Im 14-Tage-Rhythmus kontrolliere das Gesundheitsamt die Qualität hinsichtlich der Einhaltung der EU-Badegewässerverordnung. Werden bei den routinemäßigen Kontrollen starke Verunreinigungen oder starkes Algenwachstum festgestellt, warnt das Gesundheitsamt über die zuständigen Ordnungsbehörden die Bevölkerung und erlässt bei Erfordernis im Einzelfall auch ein zeitlich befristetes Badeverbot.







