"Heute rammen wir Pflöcke ein"
Gemeinderat einstimmig für Bäderkonzept
Von BNN Redaktionsmitglied
Thomas Dorscheid
Gaggenau. Den größten Publikumszuspruch haben in Gaggenau Gemeinderatssitzungen immer dann, wenn es um die Freibäder geht. Das war auch gestern Abend so, als es um ein mittelfristiges Zukunftskonzept ging. Die Zuhörerränge im Bürgersaal des Rathauses waren deutlich besser als sonst gefüllt, als der Gemeinderat das von der Stadtverwaltung vorgelegte Konzept für die drei Bäder (wir berichteten) einstimmig verabschiedete.
Dies ohne Diskussion - in mehreren nicht öffentlichen Sitzungen war entsprechende Vorarbeit geleistet worden, sodass gestern Abend nach dem Vortrag von Bürgermeisterin Brigitte Schäuble einzig die jeweiligen Fraktionssprecher kurze Stellungnahmen abgaben. Nach weniger als einer Stunde zu diesem Tagesordnungspunkt war unter Dach und Fach, dass die Stadt bereit ist, für ihre drei Freibäder mittelfristig rund fünf Millionen Euro an Investitionsmitteln auszugeben.
Bürgersaal war gestern Abend recht gut gefüllt
Alle Fraktionssprecher würdigten das große Engagement der Schwimmbadvereine in Ottenau und Sulzbach, die die beiden Freibäder in einen sehr guten Zustand versetzt hätten. Dorothea Maisch (CDU) betonte, dass das Alleinstellungsmerkmal des Waldseebades als Naturbad bleiben sollte, auch wenn die Defizite dort - wie etwa beim Beckenboden - nicht verschwiegen werden könnten. "Mit der heutigen Entscheidung", so Maisch, "rammen wir Pflöcke ein und schaffen Planungssicherheit. "
Gerd Pfrornmer (SPD) sagte mit Blick auf die Stadtteilbäder, es sei "ein Schlag ins Gesicht, wenn wir jetzt den Stöpsel rausziehen würden". Er betonte aber auch, dass man für das Waldseebad als städtisches Bad eine besondere Fürsorgepflicht habe.
Ferdinand Hurde (FWG) meinte, dass die FWG "immer für alle drei Bäder gekämpft" habe und "nie das Waldseebad zumachen" wollte. Mit der jetzigen Entscheidung könne man gut leben. Auch Kirsten Lehnig für die Grünen ("Ich finde es toll, dass es drei Bäder in Gaggenau gibt; wir müssen aber auf Kostenkontrolle achten") und Theo Gehrmann ("Die FDP war immer für drei Bäder") signalisierten Zustimmung.