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Start News Saison 2012 2012-08-03 BNN

2012-08-03 BNN

Jojo-Sommer vermiest Freibadsaison

Zwischenbilanz der Open-Air-Bäder fällt durchwachsen aus / Hoffen auf die Ferienzeit

Von unserem Redaktionsmitglied Swantje Huse

Murgtal. Das ständige Auf und Ab der Temperaturen macht nicht nur dem Kreislauf zu schaffen. Auch die Betreiber der neun Freibäder von Gaggenau bis Weisenbach leiden unter dem Jojo-Sommer. „Die bisherigen Besucherzahlen sind durchwachsen, wie das Wetter auch", zieht etwa Margit Merkel eine vorsichtige Zwischenbilanz.


Luft nach oben gibt es noch in jedem Bad

Pessimistisch ist Merkel, die dem Vorstand des erst in diesem Jahr gegründeten Schwimmbadvereins Latschigbad Weisenbach angehört, allerdings nicht: Durch den Verkauf von rund 780 Jahreskarten für Erwachsene und Kinder hat sich der Verein einen finanziellen Grundstock geschaffen. Wer nur selten Schwimmen gehen will, der kann eine Tagesmitgliedschaft erwerben. Bisher kamen etwa 4 500 Schwimmer, Ziel ist, die 10 000er-Marke zu knacken.

BNN03082012 Das ist im Forbacher Montana-Bad Anfang der Woche gelungen. Dennoch ist Schwimmmeister Hermann Buhrke alles andere als euphorisch: „Die Saison bisher ist sehr enttäuschend." Pfingsten sei regelrecht ins Wasser gefallen und auch der Juli hinter den Erwartungen geblieben. „Wenn es so weitergeht, wird das die schlechteste Saison, die ich je erlebt habe", fürchtet Buhrke, der immerhin seit 40 Jahren über die Sicherheit in diversen Schwimmbecken wacht.

Die Stadt Gernsbach hat auf das ewige Hin und Her von Sonne und Regen inzwischen mit einer Schlechtwetter-Regelung reagiert: Bisher waren alle vier Freibäder bei Regen den ganzen Tag geschlossen, auch wenn nachmittags wieder die Sonne schien. Nun ist das Igelbachbad auch bei schlechtem Wetter von 15 bis 19 Uhr geöffnet, solange keine Gefahr für die Badegäste besteht.

Und die drei Stadtteilbäder können nun unabhängig voneinander entscheiden, ob sie schließen wollen oder nicht. „Luft nach oben" sieht die Stadt bei den bisherigen Besucherzahlen.

Eine Schlechtwetter-Regelung gibt es auch im Kuppelsteinbad. Es hat bei „ganz, ganz schlechtem Wetter" stundenweise geöffnet, wie Wolfgang Riemann erklärt. Denn Besucher hat das Ottenauer Freibad immer, so der Schwimmmeister zufrieden: „Die kommen nicht zum Baden, sondern zum Schwimmen." Hinzu kommen Gäste, die gar nicht baden wollen, sondern in idyllischer Atmosphäre Zeitung lesen, Boccia oder Schach spielen. „Nur zweimal mussten wir in diesem Jahr komplett schließen." Insgesamt kamen bisher rund 15 000 Besucher. Ziel sind 25 000 Badegäste.

Das sind Zahlen, von denen Manfred Mayer von der Stadt Gaggenau nur träumen kann: Bis Mitte Juli hatte das Waldseebad mit Ach und Krach die 10 000er-Marke überschritten — 2010 kamen allein im Juli mehr als 20 000 Badegäste. „Da sieht man, wie schlecht das Badewetter bisher gewesen ist."

Genaue Zahlen kann Manuela Hilpp vom Schwimmbad Sulzbach nicht nennen — abgerechnet wird hier erst am Ende der Saison. Trotz der Wetterkapriolen ist sie zufrieden und setzt auf die Ferienzeit: „Denn der August noch gut wird, dann ist alles andere schon nur noch halb so schlimm."


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